Das Ruhrgebiet im Wandel

RuhrTour 2012: Entdeckungen im Ruhrgebiet

DAS RUHRGEBIET IM WANDEL

von Armin Schmitt, 2012

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Das Ruhrgebiet hat in den letzten zwei Jahrzehnten große Veränderungen erfahren. Aus einer von Eisen und Kohle geprägten Industrieregion wurde eine moderne Metropole. Es entstand ein innovativer Wirtschaftsraum mit hoher Umweltqualität, interessanten industriekulturellen Denkmälern und einer lebendigen Auseinandersetzung mit der industriellen Vergangenheit: Die Zeche Zollverein wurde wie die Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe erklärt, die Maidericher Hütte wurde zu einem Publikumsmagnet und zu einem Industriepark entwickelt, im Bochumer Gasometer finden spektakuläre Ausstellung statt, sog. „poetische Orte“ verwandeln einst trostlose Plätze in Oasen  der Stille und Erinnerungen, Haldenprojekte wie der Tetraeder in Bottrop sind zu Wahrzeichen dieser Veränderungen geworden. Das „Haldenereignis Emscherblick“ gewährt einen weiten Blick in die alte Industrielandschaft und lässt schnell deutlich werden, wie sehr das Ruhrgebiet seinen Charakter hier verändert hat.
 
Die Umstrukturierung wird sichtbar auch in der der Rückeroberung der Flüsse durch die Menschen, die Landschaftsparke – beispielsweise der Landschaftspark Hoheward, der Garten der Erinnerungen in Duisburg, der Hügelpark in Essen -, durch die Anlage von Fahrrad- und Wanderwegen, durch neue Baumaßnahmen wie das architektonisch anspruchsvolle Stadtquartier im Innenhafen von Duisburg, der Krupp-Gürtel in Essen, die InnovationCity in Bottrop, die Akademie Mont-Cenis in Herne. Auf dem Areal des ehemaligen Phoenix Stahlwerks in Dortmund entsteht gerade ein attraktives Umfeld für Arbeit, Wohnen, Freizeit und Kultur. Der Wandel von der Schwerindustrie zu Zentren der Technologie und Dienstleistung wird sichtbar in der Ansiedlung von Unternehmen der Mikro- und Nanotechnologie und des IT-Bereichs. Ein architektonisches Zeugnis des Wandels ist auch der Wissenschaftspark in Gelsenkirchen. In Datteln hat die Firma Rheinzink 2009 eine attraktives Empfangsgebäude errichten lassen, die sog. Liebeskind-Villa, die nicht nur durch ihre außergewöhnliche Ästhetik, sondern auch durch ihr ausgetüfteltes Energiekonzept überzeugt.
 
Reizvolle Industriedenkmäler konnten erhalten werden, indem interessante neue Nutzungen gefunden wurden. In den Gewerbepark Zeche Waltrop ist das Unternehmen Manufactum eingezogen. Interessante Neunutzungen gibt es auch in dem alten Amtshaus in Bochum-Gerthe und dem „Kreativdorf“ auf Bonifacius 3 in Essen-Kray.
 
Vieles ist zerstört worden, aber auf den neuen Flächen entstehen Zukunftsorte und nicht selten ein reizvolles Nebeneinander von Altem und Neuem. Außerdem wird die montan-industrielle Geschichte des Ruhrgebiets vielfach dokumentiert, sei es in Museen, in Gewerbeparks oder in Veranstaltungsorten, die nicht nur in der Ruhrtrienale zu Orten lebendiger Auseinandersetzungen werden. Auf  der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen wird die Erinnerung an die aktive Bergbauzeit wach gehalten, die Zeche Zollverein schreibt weiter an einer Erfolgsgeschichte: Nicht nur wird der Bergbau dokumentiert, sondern in dem Gründerzentrum, dem Triple Z sind fast 500 neue Arbeitsplätze entstanden.

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    Arbeitersiedlung Eisenheim                                                                                              Foto: Hans Josef Theobald © 2012

Entdeckungstouren im Ruhrgebiet: RuhrTours
 Wer die Veränderungen im Ruhrgebiet erkunden will, bekommt Rat und Hilfe bei RuhrTours. Seit 35 Jahren organisiert RuhrTour in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) Touren durch das Revier, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus, individuell oder in Gruppen. Angeboten werden ErlebnisTouren, ExtraTouren und StudienTouren.

 Die ErlebnisTouren vermitteln Einblicke in bestimmt Regionen (u. a. Niederrhein-Route, Rhein-Ruhr-Route, Emscher-Route) oder akzentuieren ein bestimmtes Thema wie beispielsweise den Wandel, die Parke und Gärten oder die Industriekultur. Die  ExtraTouren sind konzipiert für Individualreisende oder Paare und haben 2012 Flussgeschichen, Land und Leute, Industriepioniere, Zechenzauber, Braugeschichten oder Stahlproduktion als thematische Schwerpunkte. Die  StudienTouren schließlich richten sich in erster Linie an Schüler/innen und Student/inn/en. Die sechs Touren sind thematisch ausgerichtet: Sie berücksichtigen u. a. den Strukturwandel, die Restrukturierung, die Industriegeschichte und die Ökologie im Ruhrgebiet

RuhrTours leistet nicht nur einen beachtlichen Beitrag zur Entdeckung des Ruhrgebiets als Reiseregion jenseits des Gewohnten, sondern rückt auch im Rahmen der Entdeckungstouren seine Industriekultur eindrucksvoll in den Blick. RuhrTours hat einen Vorbildcharakter für Regionen mit ähnlichen Problemen und Entwicklungen.

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Information und Buchungsanfragen:

Wilfried Grotsch
Telefon 0201 – 20 69-356
Telefax 0201 – 20 69-332

Regionalverband Ruhr
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen

Internet:

Ruhrtour Prospekt 2013
www.rvr-ruhr-tour.de
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aller Bilder dieses Beitrages incl. des Galerie-Moduls Hans Josef Theobald © 2012
Bildbearbeitung und Titelbanner Christoph M Frisch © 2012

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