Mayen, Vulkanpark Eifel

DAS MAYENER GRUBENFELD
von Christoph M Frisch, 2012

 

 Silbersee

 

 
















Der "Silbersee" im Grubenfeld von Mayen.

 

Seit römischen Zeiten, bis in die Mitte des  20. Jahrhunderts, wurde nordöstlich der Stadt Mayen im dort gelegenen Grubenfeld das anstehende Basaltgestein abgebaut. Zeugen dieser Vergangenheit sind Skulpturen, Wegkreuze und Kunstwerke, die überall in der Region anzutreffen sind. Das Gestein entstand, als vor 20.000 Jahren vom Bellerberg-Vulkan glühendes Magma ins Nettetal floss, um dort zu mächtigen Basaltsäulen zu erstarren.

 

 Der Abbau von Basalt findet in der Eifel schon seit gut 7.000 Jahren statt. Die Menschen Muehlsteine aus Basalt aus dem Mayener Grubenfeld Museum Theulegiumverarbeiteten bevorzugt das poröse Gestein zu Getreidereiben und Mühlsteinen - dank seiner für diesen Zweck griffigen Oberfläche. Schon in der Jungsteinzeit fertigte man daraus die ersten Hämmer. Zu Zeiten der Römer erlebte diese Fabrikation einen gewaltigen Aufschwung. Mit über 600 Arbeitern wurde im Mayener Grubenfeld die Basaltlava zu Getreidereiben, Mörsern, Hand- und Kraftmühlsteinen verarbeitet. Außerdem stellte man aus den Basaltsäulen Grabmäler und Altäre her. Wie auch sonstwo schufen die Römer hier eine perfekte Infrastruktur, die es ihnen ermöglichte, über Straßen und Wasserwege die Produkte zu transportieren. So gelangten die Waren von hier zum Rheinhafen nach Andernach und von dort per Schiff zum Neckar, an den Oberrhein, zur Donau und sogar bis nach Britannien.

Diese Mühlsteine aus Basalt stammen aus dem Mayener Grubenfeld und wurden in der römischen Epoche dort hergestellt. Museum Theulegium, Tholey


 

19May_Grub_FeldIm Laufe der Jahrhunderte wurde das wertvolle Gestein mehr und mehr auch unter Tage abgebaut. Zum Heben der tonnenschweren Basaltstücke benutzte man hölzerne Göpelwerke, die von Pferden oder auch nur mit Muskelkraft angetrieben wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese durch elektrisch betriebene Kräne ersetzt. Manche dieser Maschinen sind heute noch auf dem Gelände zu sehen. 2012 hat man damit begonnen ein Göpelwerk zu Demonstrationszwecken zu installieren. Die riesigen Hohlräume, die durch den unterirdischen Abbau entstanden, wurden in der Folgezeit noch lange als Kühlräume genutzt. Die über das Jahr dort herrschenden gleich bleibenden Temperaturen ermöglichten es zum Beispiel Bierkeller anzulegen. In den siebziger Jahren wurde der Abbau eingestellt, die wirtschaftliche Rentabilität der Anlagen war nicht mehr gegeben, und so konnte sich die Natur das Gelände schnell wieder zurückerobern. 

Unterschiedliche Epochen haben ihre Spuren im ehemaligen Abbaugebiet des Mayener Grubenfeldes hinterlassen und sind dort auch heute noch zu sehen.

Heute erwartet den Besucher eine Parklandschaft, nicht überschaubar und reizvoll mit ihren vielfältigen Entdeckungsmöglichkeiten. Gleichzeitig ist das Areal des Mayener Grubenfeldes ein ausgewiesenes Naturschutzgroßprojekt. Unter besonderem Schutz stehen hier Fledermäuse, die in den Stollen und Felsenkellern ideale Lebensbedingungen vorfinden. Die Tiere dürfen nicht unnötig gestört werden. Wer trotzdem einmal die Bekanntschaft dieser nachtaktiven Wesen machen möchte, dem sei hier die „Fledermausnacht“ empfohlen, die jeweils am letzten Augustwochenende eines Jahres stattfindet. Die Geschichte des Basaltabbaus lässt sich auf dem Gelände anhand vieler informativer Hinweistafeln verfolgen.

 

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Yusuke Toda Zwiespalt   Detail.  Eine von vielen Skulpturen im LAPIDEA Skulpturenpark

 


LAPIDEA Skulpturenpark

Ab 1985 fand innerhalb des Geländes alle drei Jahre ein internationales Symposium bedeutender Bildhauer aus aller Welt statt. Innerhalb von fünf Wochen entstanden dort monumentale Skulpturen aus heimischem Gestein wie Basaltlava, Tuffstein oder Schiefer.  Ein Teil dieser Kunstwerke steht noch heute auf dem Gelände rund um die Bildhauerhütte und kann bewundert werden. Das Symposium hingegen findet nicht mehr statt.

 

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TERRA VULCANIA
Im Frühjahr 2012 eröffnete das Vulkanerlebniszentrum TERRA VULCANIA am Rand des Mayener Grubenfeldes. Der Ausstellungkomplex, bestehend aus zwei Gebäuden, erschließt auf spannende und informative Art den Besuchern die Geschichte der Steingewinnung, formgebende Arbeitsschritte, sowie die sozialen Aspekte des Lebens und Arbeitens in den Steinbrüchen. Multimediale Präsentationen ergänzen mit Installationen, die nicht zuletzt die jungen Besucher zum Mitmachen auffordern.

 

Informationen

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TERRA VULCANIA

An den Mühlsteinen 7

56727 Mayen

Telefon: 02651 491506

Zur Website von Terra Vulcania

Der Besuch des Mayener Grubenfeldes sowie die Besichtigung des Skulpturenparks LAPIDEA am Südrand des Grubenfeldes sind kostenlos und erfolgen auf eigene Gefahr. Für in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen, Rollstuhlfahrer, Kleinkinder und Kinderwagen ist das Gelände nur begrenzt geeignet. Diese Beschränkung gilt ausdrücklich nicht für den Besuch des Erlebniszentrums. Dieses ist barrierefrei.   
 
Der freie Zugang ist durch einen Pfad vom Neubaugebiet "Am Vulkanpark" - Durchlass unter der Straße "An den Mühlsteinen" - jederzeit möglich. Empfehlenswert ist es das Gelände mit geeignetem festen Schuhwerk zu betreten. Vorsicht bei Nässe! Für die Besichtigung von Terra Vulcania und dem Grubenfeld sollten Sie mindestens zwei Stunden einplanen.

Eintrittspreise Terra Vulcania

Einzelbesucher
Kinder bis 100 cm Körpergröße frei
Kinder bis 16 Jahre sowie Schüler, Studenten, Behinderte, Zivis, Wehrpflichtige 3,50 €
Erwachsene 6,00 €
Familien (ab 1 Erw. + 1 Kind)
je Erwachsener 4,50 €
je Kind 2,60 €
Gruppen (ab 20 Pers. nach Voranmeldung)
Erwachsene 4,50 €
Kinder bis 16 Jahre sowie Schüler, Studenten, Behinderte, Zivis, Wehrpflichtige 2,60 €

 

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Die Natur hat sich das Areal wieder zurück erobert.


Anfahrt
 
Bahn:
Bis Bahnhof Mayen-Ost, Fußweg ca. 500 Meter


Automobil:
Autobahn A 61 - Anschlussstelle Mendig - B 262 Richtung Mayen - Anschlussstelle Mayen-Katzenberg Richtung Mayen - im Kreisverkehr rechts der Ausschilderung LAPIDEA folgen 
Autobahn A 48 - Anschlussstelle Mayen - B 262 Richtung Autobahn Köln - Anschlussstelle Mayen-Katzenberg Richtung Mayen - im Kreisverkehr rechts der Ausschilderung LAPIDEA folgen

Parkmöglichkeit
Einen großen Parkplatz finden Sie neben dem TERRA VULCANIA Erlebniszentrum.

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Alle Fotografien dieses Beitrages: Copyright by Christoph M Frisch © 2012

 

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