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Züscher-Hammer

Ein vorindustrieller Ort im Hunsrück

ZÜSCHER HAMMER

von Christoph M Frisch, 2013

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Im Jahr 1225 wird zum ersten Mal der Besitzer von Züsch erwähnt, Ritter Symon von Sussail. Er bewohnte dort eine Burg, die um 1300 in den Besitz derer von Hunolstein gelangte. Von 1437 bis 1776 gehörte Züsch der Hinteren Grafschaft Sponheim als pfälzisch-badische Gemeinsherrschaft an. 1504, im Landshuter Erbfolgekrieg, dessen Folgen sich auch auf die Pfalz ausweiteten, wurde der Ort zerstört. Im darauf folgenden Jahrhundert, in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, fielen Burg und Dorf Züsch wiederum einer völligen Zerstörung anheim. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts nahm eine stabile Entwicklung ihren Anfang und die Bevölkerung wuchs. Landwirtschaft, Handwerk und Eisenwerk bildeten jetzt die Schwerpunkte für Einkommen und Ernährung.

 Die Schmelze wird im Dreißigjährigen Krieg erstmals erwähnt. Ihre Blütezeit beginnt jedoch Ende des 17. Jh., als Einwanderer aus Wallonien  dort Arbeit und Brot fanden. Einer  von ihnen, der Unternehmer Joseph de Hauzeur, schuf mit dem Züscher Hammer die größte Eisenverhüttungsanlage im Hunsrück. Diese sicherte in der Gegend Holzfällern und Köhlern ihr Einkommen. Kontinuität fand sich jedoch nicht ein. So wurde Mitte des 17. Jh. das Werk in eine Mahlmühle umgewandelt, um dann nach mehreren Besitzerwechseln wiederum als Eisenwerk seinen Betrieb aufzunehmen. Mit der Besetzung durch die Franzosen wurde es erneut stillgelegt. Nach 1800 stellte man nur noch in geringem Umfang Eisenteile her. Im Jahre 1834 wurde die Firma Gottbill, Mariahütte, Eigentümerin des Züscher Hammers. Von dort heißt es 1852: „Der Hammer Züsch ist seit einigen Jahren der ungünstigen Absatzverhältnisse wegen außer Betrieb "

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Ruinen des ehemaligen Wohngebäudes

Die Eisenverhüttung verlagerte sich in diesen Jahren mehr und mehr ins Saartal. Der Transport von Rohstoffen und Erzeugnissen ließ sich in Verbindung mit den Wasserwegen ökonomischer gestalten. Der Raubbau an Holz, das zur Verhüttung benötigt wurde, hatte große Teile des Hochwaldes verschlungen, so dass eine kontinuierliche Versorgung nicht mehr gewährleistet war. In den neu errichteten Hochöfen glühte fortan Koks und schmolz das Erz. Den von dieser Vorindustrie geprägten Orten erwuchs in der Folge große Not, da es an Arbeit und Einkommen fehlte. Auch hier richtete sich die Perspektive von nun an verstärkt in die Regionen, die mit Bergbau und Eisenindustrie Arbeit und Lohn versprachen.

Der Züscher Hammer, zuletzt nur noch eine Ruine, wäre in den achtziger Jahren beinahe von den Wassern der Primstalsperre geflutet worden. Die Gemeinde Züsch konnte das abwenden, indem sie das Gelände vom Hammerweiher bis zum Vorstau der Primstalsperre aufkaufte. 1983 legte man die Reste des Hammer- gebäudes frei. Das Rheinische Landesmuseum machte weitere Ausgrabungen, über denen 1995 / 96 ein Schutzbau aus Holz errichtet wurde.

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v.l.n.r.:
Ruinen des Wohngebäudes, Schlackenreste auf dem Gelände, Innenansicht / Aufbau eines Holzkohlenmeilers auf dem Areal. 

 

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 Nachbau des Wasserrades


8_ZueschSchutzbau über den Resten des Hammergebäudes

Karte


















1. Gedenkstein ehemalige Kirche
2. Brücke
3. Hammerteich
4. Wohngebäude Ruinen
5. Lagerhaus Ruine
6. Hammergebäude Ruinen, überbaut
7. Wasserlaufgraben Wasserrad, übertunnelt

 

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Der Hammerteich im Winter
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Informationen:
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Das Industriedenkmal liegt am großen Rundweg
um die Primstalsperre. Die Ruinenfundamente,
der Weiher und die Mühle sind ganzjährig zugängig.
Der nahe gelegene Saar-Hunsrück-Steig ermöglicht
es den Wanderern mit der Schleife um die Primstal-
sperre, diesen Ort der Industriegeschichte, in ihre
Routenplanungen mit aufzunehmen.

Öffnungszeiten (Mai bis Oktober): 
jeden 1. Samstag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr Besichtigung
jeden 1. Sonntag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr Besichtigung
Besichtigung mit Vorführung für Gruppen nach Vereinbarung
 

Auskunft erteilt:
Hermann Meter · Vorsitzender Förderverein Züscher Hammer
Muhler Straße 23 · 54422 Züsch · Fon 06503 / 7721


Information und Buchung einer Besichtigung mit Vorführung
Tourist-Information Hermeskeil · Trierer Straße 49 · 54411 Hermeskeil
Telefon 06503 / 95350 ·
Gemeinde Hermeskeil:  Tourist-Information
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Fotografie und Bildbearbeitung: Copyright Christoph M Frisch © 2013

 

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