Handmade Galerie

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Weil man sie überall auf der Welt noch antrifft, wird der manuellen Arbeit als Kontrapunkt zur industriellen Arbeit auf unserer Webseite Raum geboten. Angestrebt wird als work in progress eine Dokumentation handwerklicher Arbeit weltweit. Wer mit einem Bild und einem erläuternden Text einen Beitrag leisten will, ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Die Texte können auch in englischer Sprache verfasst werden.

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Tapa2

Tapaherstellung auf den Tonga-Inseln

Nähert man sich einem Dorf auf einer der Tonga Inseln, so wird man oft von einem
rhythmischen Klopfen begrüßt. Dieses zeigt an, daß die Frauen hier Tapa herstellen.

Den Grundstoff liefert der Papiermaulbeerbaum. Nachdem dieser gefällt ist, wird die
weiße und weiche innere Rinde vorsichtig abgeschält und in der Sonne getrocknet.
Nachdem sie eine Nacht lang in Wasser eingeweicht war, wird sie anderentags mit
einem eingekerbtem Holzhammer, dem „Ike“ bearbeitet.


Tapa3

Die so weich- und breitgeklopften Stücke werden rechteckig zugeschnitten und mit
Pfeilwurzelstärke zusammengeklebt. Je nach Verwendungszweck können so Tücher
von über 100 Meter Seitenlänge entstehen. Mittels unterschiedlichen Pflanzensäften
werden anschließend die traditionellen braunen und schwarzen Muster aufgemalt.


Tapa4

Große Tapatücher finden auf Tonga als Wandbehang oder Tapete Verwendung,
kleinere Stücke werden als Tischtücher oder zur Verzierung von Alltagsgegenständen
benutzt. Desweiteren wird Tapa gerne als Geschenk bei Geburten und Hochzeiten
gegeben und an Touristen verkauft.

Fotos + Text: © Reiner Kussler
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Ikatweberei1


Doppelikatherstellung im Dorf Tenganan auf Bali

Diese sehr aufwändige Webtechnik wird nur noch von wenigen Handwerkern praktiziert.
Vor dem Weben werden Muster auf die Fäden gefärbt. Dies geschieht durch abbinden der
einzelnen Fäden mit Bast o. ä. (Foto oben), so dass die Farbe beim mehrfachen Färben nicht
unter die Knoten läuft. Anschließend müssen die gefärbten Fäden in der richtigen Position
verwoben werden. (Foto unten) Bein Doppelikat werden beide, sowohl Kett- als auch Schußfäden
mit einem Muster versehen, was die Arbeit sehr kompliziert macht.

Ikatweberei2

 

Fotos + Text: © Reiner Kussler
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Seife1


Herstellung von Kokosseife auf den Tonga-Inseln

In einem einfachen Holzverschlag werden die Kokosnüsse geschält und gespalten. Die
gespaltenen Kokosnusshälften werden dann für ca. 24  Stunden in einem Ofen oder
beheizbaren Raum erhitzt, um dem Fruchtfleisch Feuchtigkeit zu entziehen. Nach dem
Erkalten löst sich das Fruchtfleisch, nun Kopra genannt, leicht von der Schale. Es wird zu
Kokosraspeln verarbeitet, die mit Natronlauge oder Sodalösung zu Seife verkocht werden.

Seife2

Die weiße Seife wird in Formen gestrichen und nach der Trocknung üblicherweise
in Stücken von 0.5 Meter Länge in den Handel gebracht.

Fotos + Text: © Reiner Kussler
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Mueller

Müller in Varanasi / Indien

Diese Getreidemühle beansprucht nur einen Raum von etwa 4 x 4 Metern in
den engen Gassen der heiligen Stadt Varanasi (Benares) am Ganges.

Fotos + Text: © Reiner Kussler
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Schneider

Schneiderwerkstatt in Varanasi / Indien

Zur Selbständigkeit braucht es nicht viel. Ein schmaler Holzverschlag der an
eine Hauswand angebracht ist und abends zugeklappt wird, dient diesem
Schneider zum Aufstellen seiner Nähmaschine. Jeder kann dem geschickten
älteren Herrn bei der Arbeit zuschauen. Privatsphäre, wie wir sie kennen, ist
bei einfachen Indern kein Thema.


Fotos + Text: © Reiner Kussler
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Schumacher

Schuhmacher in Galle / Sri Lanka

Ein Schuhflicker in Galle braucht kein Ladengeschäft. Ebenso wie seine
Uhrmacher-Kollegen kann er an jedem Straßenrand seine Dienste anbieten.
Ersatzteile finden sich im Müll, alles kann wiederverwendet werden.

Fotos + Text: © Reiner Kussler
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