Saarland, Kunst auf Halde

 

 

 

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Vorwort

Am 11. September 2005 startete das saarländische BBK-Projekt „Kunst auf Halde“. Der größte „künstliche Berg“, Symbol für den einst leistungsfähigen Bergbaustandort, liegt mitten im Saarland. Zum Teil touristisch erschlossen, wurde die Bergehalde Ensdorf Ort künstlerischer Auseinandersetzungen. 25 Künstlerinnen und Künstler wagen sich an das heikle Thema: Industriekultur. Es entstand ein Industrie-Kunstweg, der sich ständig verändert. Manche Arbeiten werden nur kurze Zeit zu sehen sein, andere überdauern und sind weithin sichtbar.

Viele Fragen stellen sich, der Bergbau gerät in Verruf. Vor 20 Jahren noch hoch angesehen - er ernährte fast jede zweite Familie - tauchen immer mehr Probleme auf. Auf diese Entwicklung reagieren wir in den folgenden Jahren mit Aktionen, Installationen und Diskussionen.

Monika Schrickel
BBK Vorsitzende

 

 

Inge Münz

Munz

"Wir blühen das ganze Jahr"

Ein Blumenteppich aus Gummibändern der Grube.

Mein Thema ist seit einigen Jahren die “Farbe” weiß. Die Arbeit auf der Halde Ensdorf - “Blütenteppich” - hat als Untergrund die Farbe weiß. In dieser Arbeit schien es mir besser, nicht nur einen “weißen Teppich” aufzulegen, sondern, im Hinblick auf die Umgebung, bunte,grelle Blütenmotive dazuzugeben.

 

 

Jörg Munz

Munz-Fahne

"Farbobjekt"
Öl/Silikon auf Leinwand und Holz, 230 x 50 x 5 cm

Durch das Farbobjekt transponiere ich die Thematik der Malerei in die 3. Dimension und gehe hier auf der Halde Ensdorf auf die Natur ein.

 

 

Anni Kenn-Fontaine

Kenn-Fontaine

 

"KOHLE und STAHL in BEWEGUNG"

Kohle und Stahl waren früher die wirtschaftliche Basis des Saarlandes. Die Bergehalde Ensdorf ist ein Zeichen der Industriealisierung und ihre Größe ein Symbol für den Aufschwung im Saarland. Durch die Still-Legung vieler Gruben und Stahlwerke stellen diese Rohstoffe jedoch heute nur noch einen kleinen Teil der Wirtschaft des Saarlandes dar. Die Erhaltung der Industrie und ihrer Arbeitsplätze und die gleichzeitige Neuorientierung gleicht dem Auftritt eines Jongleurs, die Darstellung dieser Beziehung ist die Grundlage dieser künstlerischen Arbeit.
In meinem Kunstwerk verarbeitet sind Kohle und Stahl, ein Balanceakt aus fragilen Gebilden.

 

 

 

Jolande Lischke-Pfister

Lischke-Pfister

"Das Labyrinth"

Ein auf die Oberfläche der Abraumhalde der Grube
Ensdorf projiziertes begehbares Labyrinth macht die  verschlungenen Wege des Kohleabbaus sichtbar bis  zum Zentrum.

 

 

Ingrid Lebong 

Lebong

 Mein Interesse war herauszufinden, was der Wind
bewirkt,  wenn er über die von Menschen geschaffene
Halde streicht.

Aus Verpackungsmaterial und Metallröhren unterschiedlicher Stärke schuf ich Objekte, die sich durch ihre Leichtigkeit im Wind bewegen. Die einen erzeugen leise Klänge, die anderen heben sich durch ihre weiße Farbe besonders in der Dämmerung vor dem dunklen Hintergrund der Bäume ab. Ich habe bewußt Materialien ausgesucht, die leise Klänge erzeugen, in verschiedenen Längen und Stärken, um unterschiedliche Klangfarben zu erzeugen.

 

 

Brunhilde Gierend Sigrid Haag

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Die Halde “Duhamel”, aus Bergematerial der Grube Ensdorf entstanden, ist heute bewachsen - teils durch Selbstbegrünung, teils durch Neubepflanzung. Sie ragt wie ein Wahrzeichen aus der übrigen Landschaft hervor - ist aber ein von Menschenhand geschaffenes und somit künstliches Gebilde.

Der Baum, das Ausgangsprodukt der Kohle, ist heute durch die Bepflanzung wieder weithin sichtbar. Bei unserem Projekt haben wir das abgestorbene oder von Menschen abgeschlagene Holz aufgehoben, gesammelt und zu einem neuen Gebilde zusammengefügt. Bei der Gestaltung des Objekts kamen wir ohne viel Technik aus. Unser wesentliches Werkzeug war der Blick für Form und Farbe. Holzstücke, Holzbündel sowie verkohltes und angebranntes Holz definieren eine Welt, in der es Kräfte, Zerbrechlichkeit und Gleichgewicht gibt.

Dabei entstand ein bemerkenswerter Anschauungsreichtum, der im Kontrast zu den eingesetzten

  einfachen Mitteln steht. Jenseits der den Materialien innewohnenden Schönheit legen sie auch Zeugnis ab über Leben und Vergänglichkeit. Der Künstlichkeit der Halde, über die sich die Natur ausgebreitet hat, entspricht die Künstlichkeit des grün gestrichenen Brettes, auf das wir die Holzstücke montiert haben, des roten Signalfeldes und des grünen Kunstrasens.

 

 Carolin Isele

Isele

"Bergschatz"

Erosionsrinnen als klaffende Wunden eines zur Ruhe gekommenen
Berges. Die symbolhafte Sprache der Arbeit als Auseinandersetzung
mit dem geschichtlichen, menschlichen und industriellen Charakter des Ortes.



Barbara Puppa

Puppa

 Ein Weg” 2005

Bei der Installation “Ein Weg” auf der Bergehalde Ensdorf ging es um die Darstellung von Räumlichkeit, d.h. für den Betrachter sollte die Wahrnehmung der Raumtiefe erfahrbar werden und im Idealfall das Gefühl hervorrufen, das mich berührt wenn ich Raum erlebe. Die an Bäumen entlang gespannten Bänder, die den Weg seitlich begrenzen, leiten den Blick in die Tiefe. Das Auge sollte zwischen Vordergrund und Hintergrund hin und her springen um den Raum zu ermessen.

Der Titel “Ein Weg” bezieht sich auf eine enthaltene  Symbolik, die nicht beabsichtigt, sich plötzlich  hervordrängte: Ein Weg, der anfangs klar ersehbar ist, wird vage und verliert sich schließlich im
undurchsichtigen Blättergewirr und Dickicht des  Gehölzes.

 

  Claudia E. Schmitt

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"Ich war hier, und du warst immer da."

In der Arbeit spiegeln sich die Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der Bergmänner, die diesen Berg geschaffen haben, wieder.

Sie verdichten sich zu einer Skulptur, einem von Narben zerklüfteten Abbild der Frau, die zuhause auf die Rückkehr ihres Mannes wartet. Sie ist stumme heldenhafte Zeugin des ewigen Kampfes ums Überleben. Sie gibt dem was man nicht sehen kann, den Emotionen, eine Präsenz und macht sie für alle sichtbar.

 

 

Burghild Reichmann

Reichmann

"Steinspirale auf Pigment"

Viele Jahre hat dieser Berg geglüht, jetzt brennt die
Erinnerung in uns.

 

 

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