Zwangsarbeit



   

Zwangsarbeit im Saarland während des Zweiten Weltkrieges

 Ein bisschen geschlagen haben sie alle“

 von Christoph M Frisch, 2011

 

Zwangsarbeiter Plakat zur Anwerbung

Wie schon im Ruhrgebiet verlangte auch die saarländische, auf Kohle und Stahl konzentrierte Industrie nach hohen Kapazitäten was Anzahl und Stärke der Arbeitskräfte betraf. Standen dem nationalsozialistischen Herrschaftsapparat zu Beginn noch ein Heer von Erwerbslosen zur Verfügung, so änderten sich die Anforderungen mit der für den Krieg unausweichlichen Erhöhung der Produktion in vielen Bereichen. Die Arbeiter, nun auf dem Arbeitsmarkt in einer zunehmend stärker werdenden Position, lehnten viele der neuen Maßnahmen wie Erhöhung der Arbeitszeit, oder die Einführung von Nachtschichten ab. Infolge waren bezahlte Bummelschichten, um die Arbeitskräfte zu halten, ebenso keine Seltenheit, wie die Ablehnung von Überstunden, oder auch sich häufenden Sabotageakte. Den Werken blieb letztlich nichts anderes übrig, als neben einer besseren Überwachung, noch mehr Arbeitskräfte anzuwerben. Dabei wurde zunächst auf die Rekrutierung von Frauen gesetzt. Dies führte jedoch lediglich zu einer mäßigen Entspannung. Die Nichtauflösung dieses Problems zeitigte als Ergebnis, dass die Vorgaben des Vierjahresplanes nur teilweise erreicht werden konnten. Noch schwieriger gestaltete sich die Lage durch die militärpolitische Entwicklung. Schon gut ein Jahr vor Kriegsbeginn fehlten im Deutschen Reich bereits hunderttausend Arbeitskräfte in Landwirtschaft und Industrie. Dies hinderte die Unternehmensleitungen daran die ihnen auferlegten Produktionsvorgaben zu erfüllen. Mit dem weiteren Verlauf des Krieges und seiner ungünstigen Entwicklung verschärfte sich diese Situation zwangsläufig.

Aus diesem Umstand heraus ist letztlich das Umdenken Adolf Hitlers zu erklären, der Ende 1941 den massenhaften Einsatz von sowjetischen Kriegsgefangenen im Deutschen Reich befahl. Zuvor hatte man 2,5 der seit Juni 1941 gefangen genommenen 3,9 Millionen sowjetischen Soldaten in Lagern verhungern lassen, bzw. nach dem “Kommissarbefehl“ durch Genickschuss oder mit Giftspritzen systematisch ermordet. Unter dem Druck der Kriegsentwicklung genehmigte Hitler nun den Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen in der Rüstungsproduktion. Nachdem 1942 die Wehrmacht weitere Rückschläge verzeichnete, wurden nochmals 2 Millionen Männer eingezogen. So fehlten allein der Rüstungsfabrikation in diesem Jahr rund eine Million Arbeiter. Es folgten neue Verordnungen zur Arbeitsverpflichtung von Männern und Frauen. Aber wo immer man Arbeitskräfte abzog entstanden zwangsläufig Lücken. Gewann man neue Kapazitäten für die Rüstungsindustrie, so fehlten diese im Handel, Handwerk oder im Gewerbe. Der Konsumbereich wurde mehr und mehr beschnitten, die Gefahr von Unzufriedenheit unter der Bevölkerung wuchs zunehmend und das Regime sah sich vermehrt Legitimationszwängen ausgesetzt. 

Während des Ersten Weltkrieges, bei dem zweieinhalb Millionen Soldaten in deutsche Kriegsgefangenen-schaft gerieten, hatte man auch im schwer betroffenen Saarrevier viele dieser Gefangenen zur Arbeit in den Kohle und Stahl erzeugenden Industrien hinzugezogen. Diese Erfahrungen mögen ein Grund gewesen sein, dass mit Beginn des Zweiten Weltkrieges hier schon früh der Ruf laut wurde, Kriegsgefangene als Ersatz für die nun fehlenden deutschen Arbeiter einzusetzen. Diesem Bestreben wurde jedoch zunächst nicht stattgegeben. Der Rüstungsinspektionsbereich XII dem auch das Saarland angehörte war Operationsgebiet, demnach durften Westgefangene nicht in diese Region verbracht werden. Außerdem mangelte es zu Beginn des Kriegsjahres 1940 auch an den nötigen Wachmannschaften für ein solches Unterfangen. Doch im Verlauf des Jahres wurden dem Drängen der Unternehmen nachgegeben und so waren am Jahresende 3500 Kriegsgefangene an der Saar im Einsatz. Die angeforderten 8.000 Mann bekam man jedoch nicht.

Durch die Rekrutierung ausländischer Zivilarbeiter in den beiden Folgejahren versuchte man diesen Defizit auszugleichen. Diese Maßnahmen brachten aber auch nicht den gewünschten Erfolg. Im Jahr 1941 arbeiteten infolge dieser Anstrengungen weitere 6000 Arbeiter in den saarländischen Hütten und Gruben. Sie kamen aus Frankreich, Italien und Polen. Das naheliegende Kriegsgefangenenlager Stalag XII in Forbach, in dem Franzosen, Serben und Russen interniert waren, schickte 7000 seiner Insassen zum Arbeitseinsatz in das Saargebiet. Diese wurden von der Wehrmacht an die Unternehmen gegen Entgelt ausgeliehen.1942 konnte der Fremdarbeitereinsatz noch einmal erhöht werden. Die Deportation von hunderttausend Menschen aus dem Osten brachte auch der Saarregion einen Zuwachs. Ende 1942 befanden sich demnach 18.000 Fremdarbeiter, sowie 12.000 Kriegsgefangene im Saarland. Deren Anzahl steigerte sich durch weitere Zuweisungen im Jahr 1943. Ost- und Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und italienische Militärinternierte verdoppelten gegenüber dem Vorjahr die im Saarland eingesetzten Arbeitskräfte. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde die Saar bei der Produktion von Stahl und der Gewinnung von Kohle immer bedeutender für das Reich. So wurde die Zahl der hierher verbrachten Fremdarbeiter nochmals erhöht und erreicht im April 1944 mit über 70.000 Menschen einen neuen Höchststand.

Fremdarbeiter wurden in der Stahlindustrie in praktisch allen Bereichen, sei es der Verwaltung, oder der Instandhaltung benötigt und entsprechend verteilt. Dies wohl immer in einem gewissen proportionalen Verhältnis zur deutschen Stammbelegschaft. Entgegen der Verteilung im Bergbau kamen in der Eisen- und Stahlindustrie allerdings verhältnismäßig wenig Kriegsgefangene zum Einsatz. Wenn doch fand man sie meistens an den Hochöfen und in der Produktion, also im harten Arbeitseinsatz.

Den Saargruben wurde die Masse der vor allem russischen Kriegsgefangenen zugeteilt. Mit 12792 Russen gegenüber 38605 der deutschen Stammbelegschaft erreichten diese Belegschaftszahlen im Juni 1944 ihren Höchststand. Die Mobilisierung aller verfügbaren Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie brachte ständige Umschichtungen mit sich. So suchte man intensiv unter den Arbeitern berufsfremd unter Tage eingesetzte Facharbeiter, um diese in der Rüstungsfabrikation einzusetzen. Entgegen den Bestimmungen der Genfer Konvention von 1929, die den Einsatz von Kriegsgefangenen nur zu solchen Arbeiten zuließ, die nicht unmittelbar dem Krieg dienten, spielte solcherlei Ansinnen unter dem Nationalsozialistischen Regime keinerlei Rolle. 1942 wurde durch die NS Führung eine Umstrukturierung für die deutsche Kriegsindustrie eingeleitet. Mit der Ernennung Albert Speers zum Reichsminister für Rüstung und Munition und der Berufung des thüringischen Gauleiters Fritz Sauckel zum “Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“ (GBA) unterstand diese neu geschaffene Behörde direkt dem Generalbevollmächtigten für den Vierteljahresplan. Dieser “Generalbevollmächtigte“ war niemand anderes als Hermann Göring. Im “Erlass des Führers über den Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“ vom 21. März 1942 wurden die Aufgaben dieser Behörde wie folgt definiert:

Die Sicherstellung der für die gesamte Kriegswirtschaft, besonders für die Rüstung erforderlichen Arbeitskräfte bedingt eine einheitlich ausgerichtete, den Erfordernissen der Kriegswirtschaft entsprechende Steuerung des Einsatzes sämtlich verfügbarer Arbeitskräfte einschließlich der angeworbenen Ausländer und der Kriegsgefangenen sowie die Mobilisierung aller noch unausgenutzten Arbeitskräfte im großdeutschen Reich einschließlich des Protektorats sowie im Generalgouvernement und in den besetzten Gebieten.“
Landratsamt Merzig Nr. 61: Erlass vom 21.3.1942 in: Mitteilungen des Beauftragten für den Vierteljahresplan Nr. 1 Mai 1942 

Das kurz darauf von Sauckel veröffentliche Programm zielte ausschließlich auf die Zusammenführung aller Kapazitäten des deutschen Reiches und der von ihm kontrollierten Gebiete zur Optimierung der Rüstungs-produktion. Die Folgen bekam die Arbeiterschaft in Form von längeren Arbeitszeiten, geringerem Lohn und zusätzlichem Arbeitsdruck zu spüren. Auch sollte verstärkt auf die Arbeitskraft von Frauen zurückgegriffen werden die sich jetzt ebenfalls in großer Zahl in den Fabrikhallen der Rüstungsindustrie einfinden mussten. Dies stand diametral im Gegensatz dem zuvor formulierten Idealbild des NS Staates der treu sorgenden, Zuhause agierenden Ehefrau und Mutter. Doch auch zu deren Entlastung hatte das Sauckel-Programm in seinem Plan auf menschenverachtende Weise eine Antwort. Man kündigte an „aus den östlichen Gebieten etwa 4 - 500.000 ausgesuchte gesunde und kräftige Mädchen ins Reich hereinzunehmen.“

Machte man sich zu Beginn des Krieges im Osten noch die Mühe die Deportationen für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich mit Propaganda zu kaschieren, so gab es angesichts der benötigten Menschenmassen bald nur noch Erpressung und Gewalt. Mit Drohungen gegen Leib und Leben oder dem Abfackeln des heimischen Hofes bei Nichtbefolgung und Widerstand, blieb den Betroffenen, meist sehr jungen Menschen, praktisch kaum eine Möglichkeit sich der Verschleppung zu entziehen.

Plakat

Deutsches Propagandaplakat:
„Wir gehen nach Deutschland um für den Frieden und eine bessere Zukunft zu arbeiten. Mit den dort gewonnene Fachkenntnissen wirst du in der Heimat immer eine bessere Stellung finden.“

 

Angekommen

Alle diese Menschen müssen so ernährt, untergebracht und behandelt werden, dass sie bei denkbar sparsamsten Einsatz die größtmögliche Leistung erbringen (…)
Ich habe daher als meine ersten Maßnahmen die Ernährung, Unterbringung und Behandlung dieser eingesetzten fremden Menschen (…) so geregelt, dass auch von ihnen eine optimale Arbeitsleistung verlangt werden kann und auch herausgeholt werden wird.
Ich bitte dabei zu bedenken, dass auch eine Maschine nur das zu leisten vermag, was ich ihr an Treibstoff, Schmieröl und Pflege zur Verfügung stelle. Wieviel Voraussetzungen mehr aber muss ich beim Menschen, auch wenn er primitiver Art und Rasse ist, gegenüber einer Maschine berücksichtigen.“
 
Landratsamt Merzig Nr. 61: Erlass vom 21.3.1942 in: Mitteilungen des Beauftragten für den Vierteljahresplan Nr. 1 Mai 1942

Die Wirklichkeit offenbarte sich den Deportierten beim Transport in Viehwagons, auf blanken Böden, bar aller Sitzgelegenheiten. Spätestens mit der Unterbringung in einem der 370 Lager im Saargebiet musste den Betroffenen klar sein, dass sie hier keine Gleichbehandlung mit der deutschen Bevölkerung erwarten durften. Entsprechend dem wahnhaften Rassenbild des NS Staates gab es jedoch Unterschiede zwischen den Fremdarbeitern, sie wurden gewährt nach dem Herkunftsland der jeweils Betroffenen. Belgische oder französische Kriegsgefangene hatten z. B. freien Ausgang bis 20.00 Uhr. Hingegen durften ukrainische Zivilarbeiter oder sowjetische Kriegsgefangene ihr Lager niemals, außer zum Arbeitseinsatz, verlassen.

Zwangsarbeiter Abzeichen

           Aufnäher für ZwangsarbeiterInnen aus Polen (links) und Russland, Ukraine (rechts) Letzterer wurde 1944
           durch ein Ovales Zeichen (unten), das für die russischen Arbeitskräfte galt, ersetzt.

Zwangsarbeiter Ostabzeichen_russ

 

Wie die Juden mit ihrem an der Kleidung befestigten gelben Stern, so mussten auch die Fremdarbeiter ein Zeichen auf ihrer Kleidung tragen. So war in der Öffentlichkeit ersichtlich wer West- und wer Ostarbeiter war, detailliert sogar, aus welchem Land der oder die Betroffene stammte. So wurden polnischen Zwangsarbeitern oder Zwangsarbeiterinnen mit einem auf der Spitze stehenden, violett umrandeten Quadrat, das in der Mitte Gelb und mit einem violetten „P“ versehen wurde, gekennzeichnet.Mit Sauckels Ernennung zum GBA und der hohen Zahl Deportierter aus der Sowjetunion, wurde die Unterbringung der Arbeitskräfte zu einem großen Problem. Die saarländischen Grubenverwaltungen waren mit der Bereitstellung von Unterkünften für diese Menschen sichtlich überfordert. Es gab im April 1942 bezugsfertige Unterkünfte für 1700 Personen. Zum gleichen Zeitpunkt waren jedoch schon 2500 Fremdarbeiter im Einsatz. So musste bis zur Fertigstellung weiterer Barackenunterkünfte  Ausweichquartiere in Form von Schulen, Turnhallen und Gasthaussälen herhalten. Für den Neubau von Anlagen wurden jedoch Grundstücke benötigt. Dies führte oft zu langwierigen Verhandlungen mit deren Eigentümern. Ab 1944 wurde der Bau dieser Anlagen durch die allgegenwärtige, dem Krieg geschuldete Materialknappheit erschwert. Die Lager baute man bevorzugt an Ortsrändern oder in der unmittelbaren Nähe der Arbeitsstätten. Zu ihnen zählte als größtes dieser Art das 1500 Menschen fassende Lager Oberschmelz in Neunkirchen, ebenso wie viele kleinere Einheiten quer durch das Saarland von manchmal nur einer oder zwei Baracken.


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Kriegsgefangenenlager mit Löschteich, Splittergräben und dem für diese Lager typischen Doppelzaun in Ludweiler.

Der Grundtypus eines Lagers bestand aus bis zu 16 Wohnbaracken, in denen jeweils 100 Menschen untergebracht wurden, sowie eine Küchenbaracke. Kranken- oder Abortbaracken gab es jedoch eher selten. Die Unterkünfte bestanden meistens aus Holz, vereinzelt wurden sie auch aus Blech oder Backsteinen, ohne Unterkellerung gefertigt. Notdürftig waren diese Unterkünfte gegen Feuchtigkeit geschützt, doch gegen die Kälte boten sie kaum einen Schutz. Die Errichtung dieser Lager unterstand den Kommunen oder den Industrieunternehmen, für die dies ein beträchtlicher Kostenfaktor darstellte. Das Barackenlager der Burbacher Hütte in Saarbrücken, das für 2000 Personen ausgerichtet war, kostete das Unternehmen 600.000 RM. Bei dem Einsatz von Ostarbeitern und den für diese zu entrichtenden geringen Löhnen amortisierte sich jedoch diese Ausgabe schnell. Zudem waren die Unternehmen versucht die Kosten-Nutzen-Balance zu ihrer Seite zu neigen, indem sie beim Bau der Lager alles einsparten was nicht unbedingt von Nöten war. Dies führte dazu, dass die Fremdarbeiter unter katastrophalen hygienischen und medizinischen Bedingungen wohnen mussten. Gerade denen primitiver Art und Rasse, den Ostarbeitern versagte man an ihrer Schlafstatt, auf dem blanken Betonboden, selbst Laub oder Gras als Unterlage.Von Arbeitszeitregelungen bis hin zur Ausgabe von Verpflegung gab es große Unterschiede gemäß der Herkunft. Härtesten Diskriminierungen ausgesetzt waren generell die sowjetischen Kriegsgefangenen. Grundnahrungsmittel wie Butter, Käse oder Öl waren für sie nicht vorgesehen. Aber auch was ihnen dem Papier nach zustand wurde oft nicht ausgehändigt. Verglichen mit den Essens-Rationen die die Ostarbeiterinnen bei den Völklinger Röchling-Werken erhielten, liest sich der Speisen-Wochenplan der saarländischen Grube Göttelborn, für Russische Kriegsgefangene von 1916, wie die Karte eines Gourmet-Restaurants. Den Arbeiterinnen gestand man nicht einmal ein Frühstück zu. Mittags mussten sich bis zu vier Personen ein Kommißbrot teilen, dazu gab es wenig Margarine, sowie eine Scheibe Wurst. Im weiteren wechselten Kartoffeln mit Spinat, oder Rotrüben mit Kartoffeln. Für die Arbeit in der Schwerindustrie eine allemal unzureichende Verpflegung. Zulagen für Lang- oder Schwerstarbeit standen nur deutschen Arbeitskräften zu. Die Verteilung und Proportionierung der Rationen unterstand der Lagerleitung. Viele Lebensmittel wurden auch vom Küchenpersonal unterschlagen, was die Situation für die Fremdarbeiter weiter erschwerte.



Kontrolle    Ein Arzt begutachtet junge polnische Zwangsarbeiter vor ihrer Deportation.

Schwerstarbeit gepaart mit Mangelernährung und den katastrophalen hygienischen, sowie medizinischen Bedingungen, folgten massenhafte Erkrankungen unter den Fremdarbeitern. Viele von ihnen hatte man von der Straße weg deportiert. Mit nur unzureichender Kleidung versehen und tagelangem Hungern während der harten Transporte in den Viehwagons, waren viele so schwach oder krank, dass sie bei ihrer Ankunft erst gar nicht einem Arbeitseinsatz zugewiesen werden konnten.Zuvor bei einem Zwischenstopp auf der Bahnstation von Pirmasens desinfiziert, wurden sie in den Lagern von Neunkirchen oder Völklingen zu sogenannten „Aufpäppelungsgefangenen“. Die Maßnahmen die man für deren Gesundung ergriff waren aber derart unzureichend, dass sie kaum eine Wirkung bei den Betroffenen zeitigten. Die Unternehmen betrachteten diese Menschen mit dem kalten Blick des für sie zu erzielenden wirtschaftlichen Gewinnes. Humanitäre Überlegungen, sowie elementarste Menschenrechte setzten sie dabei außer Kraft. Unterstützung fanden die Unternehmungsführungen dabei in der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten, die mit ihrer Ideologie, um Volk und Rasse, dieser Sklavenhaltung ein Gerüst bereitstellten.


ZW_NK_So_jung

Ab 1942 rollten die Züge unentwegt mit den Deportierten nach Deutschland. Viele der Verschleppten waren Jugendliche
nicht älter als 15 oder 16 Jahre.